„Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.“
Albert Einstein

13.04.2010

Problemlösung nach 4C

Fachartikel der TQU Akademie Referenten Azra Mladjen und Christian Knigge

Die TQU Akademie GmbH heißt seit 1. September 2010 stw unisono training+consulting GmbH

Unabhängig davon, ob in einer Organisation ein QM-System vorhanden ist oder gerade eingeführt wird, treten verschiedene Probleme in unterschiedlichen Bereichen auf. Die Ursachen dieser Probleme, insbesondere in technisch komplexen Systemen, sind meist schwierig zu finden. Die Suche kann sich als sehr zeitaufwändig erweisen. Es stellt sich die Frage, wie man die Suche erleichtern kann um schneller nachhaltige Lösungen zu finden und die Anzahl der Probleme zu verringern.

Zur Beantwortung existieren zahlreiche theoretische Ansätze, wie z. B. Six Sigma Methoden. Was passiert aber nach dem Kennenlernen der Theorie? Wie gut funktioniert das Erlernte in der Praxis? Die Voraussetzung für die erfolgreiche Anwendung der Methoden beinhaltet nicht nur das Auseinandersetzen mit den theoretischen Grundlagen. Viel wichtiger ist die tatsächliche Anwendung der Methoden zur Unterstützung der täglichen Arbeitsaufgaben. Dieser Teil der Ausbildung wird oft vernachlässigt, die „neuen“ Problemlöser bekommen zu viel Theorie und zu wenig praktische Unterstützung.

Das Ziel des 4C Prozesses ist es, mit Hilfe einer strukturierten Vorgehensweise nach Ursachen von Problemen und dazu passenden Lösungen zu suchen. Um den Lösungsprozess so einfach wie möglich und praxistauglich zu halten, werden in jeder der vier zu durchlaufenden Phasen lediglich geeignete und sinnvolle Methoden und Techniken angewendet. Die Auswahl der Methoden erfolgt problembezogen und nicht nach dem „Gießkannenprinzip”. Neben der theoretischen Vermittlung der Methoden steht bei 4C die praktische Anwendung im Vordergrund. Für den Lösungsprozess ist es wichtig, dass die an der Problemlösung beteiligten Personen die Vorgehensweise durch Anwendung in der Praxis erlernen und konsequent an ihren Projekten arbeiten.

Azra Mladjen, Christian Knigge und Judson Estes sind genau diesen Weg gegangen. Sie haben zunächst ihr theoretisches Wissen während ihrer Tätigkeiten für verschiedene große Konzerne im In- und Ausland erworben und sich danach jahrelang mit der Anwendung der Methoden in nationalen und internationalen Projekten beschäftigt. Der Schwerpunkt lag hauptsächlich auf Problemen in Produktion, Entwicklung und im Feld. Sie haben festgestellt, dass es bei verschiedenen QM-Methoden und Vorgehensweisen starke methodische Überschneidungen gibt. Hauptsächlich bei der technischen Problemlösung durchlaufen Projekte immer ähnliche Methoden-unabhängige Phasen.

Die Problemlösung nach dem 4C Prozess besteht, wie der Name andeutet, aus 4 “C” Phasen:

  1. C - Collect: Sammeln und Strukturieren von Informationen
    Ein guter Anfang ist die Hälfte des Ganzen
  2. C - Contrast: Unterschiede finden und richtig messen
    Was ist der größte messbare Unterschied in der Leistung?
  3. C - Converge: “Root-cause” (Hauptursache) identifizieren
    Wie kann ich am schnellsten die Nadel im Heuhaufen finden?
  4. C - Confirm: Bestätigungstests
    Wie kann ich sicher sein, dass ich die richtige Ursache gefunden habe?

Anwendbar ist der 4-C Prozess bei allen Prozess- und Produktproblemen. Die Methoden sind so ausgewählt, dass mit kleinen Stichproben aussagekräftige Rückschlüsse gezogen werden können. Dies ist immer von Vorteil, wenn keine großen Datenmengen vorliegen, wenn nur wenige Teile zum Messen und Testen verfügbar sind und wenn komplexe statistische Tests nicht durchgeführt werden können. Dabei unterscheidet sich der 4-C Prozess von anderen Vorgehensweisen, da kein aufwändiger Trial and Error sondern stattdessen eine progressive Suche auf Komponenten- oder Prozessebene durchgeführt wird. Durch die konsequente und einfache Vorgehensweise lassen sich schnelle und verlässliche Ergebnisse erzielen, wodurch Zeit und Kosten gespart werden können.

Azra Mladjen, Christian Knigge und Judson Estes bieten den 4C Prozess als Seminar in der TQU Akademie GmbH in Ulm an. Nähere Informationen erhalten Sie unter 0731-937 62 0.

Folgendes Beispiel illustriert die Anwendung des 4C Prozesses:

Der Grund für die Aufregung waren plötzlich sprunghaft gestiegene Ausschusszahlen bei einem Zulieferer von Gussteilen. Die Folge: starker Kostenanstieg, zusätzliche Nachbearbeitung und drohende Lieferengpässe. Ein Spezialistenteam wurde mit der Problemsuche beim Lieferanten beauftragt. Es handelte sich um QM-Spezialisten ohne spezifische gieß- und verfahrenstechnische Kenntnisse. Sie haben sich strikt an die 4C Vorgehensweise gehalten.

Im ersten Schritt wurden die Informationen gesammelt (Collect Phase) und das Hauptproblem als „Porositäten am Gussteil“ definiert. In Phase 2 (Kontrastsuche) hat man die größten Qualitätsunterschiede bei den Gießmaschinen gefunden. Die Kontraste bei anderen potenziellen Fehlerquellen waren wesentlich geringer. So konnten die möglichen Ursachen systematisch eingegrenzt werden.

In Phase 3 (Hauptursache finden) erfolgte eine Analyse des Gießprozesses, wobei eine fehlerhafte Einstellung einer Gießmaschine als Fehlerquelle festgestellt wurde. Die wichtigste Erkenntnis für das Projektteam nach drei Wochen war zu wissen, wie sie dort die Maschine einstellen müssen, um schlechte Teile zu produzieren. So absurd das klingen mag, von diesem Punkt an konnte das Team systematisch die optimale Maschineneinstellung finden, welche die gewünschte Teile-Qualität brachte.

Der letzte Schritt Phase 4 (Confirm) war dann die Bestätigung, dass die richtige Hauptursache gefunden wurde. Dazu wurden 5 Teile mit den schlechten und 5 mit den guten Einstellungen gegossen und die Qualität beurteilt. Diese neue Maschineneinstellung nutzt der Lieferant seither für die Serienproduktion. Somit konnte innerhalb weniger Wochen eine Lösung gefunden werden – und der Ausschuss seither dauerhaft reduziert werden.

Die Aussage des Projektteams: „Wir fanden diese Methoden und den Prozess faszinierend einfach und dabei effektiv und hilfreich wie kaum eine andere Methode, die wir bisher kennen gelernt haben.“

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